Sommerzeit ist Wettkampfzeit Teil 3/3

So nach nun einigen Monaten habe ich endlich mal die Zeit gefunden meine letzte Saison Revue passieren zu lassen. Nach den Rennen in Kanada ging es zurück nach Hause und dann eine Woche später nach Berlin zu den Europameisterschaften.

Die waren nach 2002 meine zweiten Europameisterschaften in Deutschland. Diesmal zum Glück nicht im kalten Templiner See, sonderna auf der Ruderregatta Strecke in Berlin-Grünau

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Und dieses mal auch nicht über 5 Kilometer, sondern gleich mal das 5-fache davon. Der Wettkampf wurde über 10 2,5 Kilometer-Runden ausgetragen. Alles ging sehr, sehr gemütlich los. Quasi waren die ersten 4 Runden nur die Verlängerung der Nacht davor, also ziemlich verschlafen :)

Aber extat nach Runde 4 machte der spätere Gewinner eine massive Tempoverschärfung, die ausser einem Russen, niemand so richtig folgen konnte. Nach 1,5 Runden so ziemlich am Limit hat dann auch das gesamte Feld “aufgegeben” und die ersten Beiden ziehen gelassen. Nicht, dass da irgendjemand auch nur eine Chance hatte mitzuschwimmen. Demzufolge wurde es dann in Runde 6 wieder etwas gemütlicher und das gesamte Feld war sich einige eigentlich nur den 3. Platz auszuschwimmen. Es ging weiter mit dem Gebummel bis zur letzten Runde. Ich konnte bis ca. 1,5 Kilometer vor Schluss mithalten, nur dann kam mal wieder das kleine Männchen mit dem großen Hammer und haute schadenfreudig drauf zu. Auf der letzten halbe Runde konnte ich zwar noch 2 Schwimmer überholen, was daran lag, dass diese noch elender gestorben sind als ich :)

Alles in Allem bleibt ein 6. Platz, was ganz ok ist, nur der Abstand zu den ersten Beiden war leider riesig. Aber nun ja, Zeiten sind auch ziemlich egal im Freiwasser (leider nicht so ganz, aber das ist eine andere Geschichte für ein anderes Mal. Das würde hier den Rahmen und den Geduldsfaden einiger Leute sprengen).

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Hier noch ein paar Bilder von der EM. Danke auch an Alibek Käsler für die netten Fotos.

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Nach der EM war die Saison allerdings noch nicht vorbei. Weiter ging es nur eine Woche später in Glasgow, Schottland, beim “Great Scottish Swim”. Dieses Wettkampfformat mag ich sehr gern. Es ist eine riesige Massenveranstaltung mit einem eingebettetem Eliterennen. Es geht über 1 Meile (diesmal 1 Runde im Loch Lomond) im Neoprenanzug. Ich mag das schwimmen im Neo. So wird meine wirklich bescheidene Wasserlage endlich mal ausgeglichen. :)

Eine Neuerung gab es diesmal. Es gab nach 300 udn 500 Metern ein kleines Preisgeld zusätzlich zu gewinnen, was die ganze Veranstaltung ziemlich hektisch am Anfang machte. Die Beckenschwimmer sind auch gleich mal losgeprügelt wie die Wahsinnigen, nur um dann nach ca. 600 Metern sich langsam aber sich nach hinten zu Verabschieden. Ich lag bis ca. zur Hälfte des Rennens irgendwo im Pack. An der Wendeboje hab ich mich dann irgendwie auf den ersten Platz gewurschtelt und habe dann versucht den Wettkampf von da an von vorne zu schwimmen. Das ging auch ganz gut auf, bis ca. 100 Meter vor dem Ziel. Das knallte es auf meinen Füßen und nebenan wollte dann auch noch gleich jemand vorbei. Das klappte zum Glück nur bedingt und ich konnte glücklich mit ein paar Zehnteln Vorsprung gewinnen. Was den Familientrip noch schöner machte ist, dass meine Frau auch auf dem Podium landete, mit einem hervorragenden 3. Platz!!!

So konnte der anstehende Urlaub inklusive Hochzeit auf Maui beginnen :)

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ALOHA und bis demnächst

 

Euer

 

Studzi

Sommerzeit ist Wettkampfzeit Teil 2/3

So nun der zweite Teil meines Sommers.

Nach dem Wettkampf in Henley-on-Thames (GBR) ging es fast direkt zu den Deutschen Freiwassermeisterschaften nach Hamburg. Leider gab es keine 25 Kilometerentscheidung mehr, somit habe ich mit den 10 Kilometern vorlieb nehmen müssen.

Die Bedingungen in Hamburg waren super. Quasi Sommer, Sonne, Sonnenschein. Das Wasser war warm und es gab keine Wellen. Das Rennen ging dann am Sonntag Morgen um 11 Uhr los. Es begann für ein 10 Kilometer Rennen wirklich gemütlich und wurde auch bis auf die letzte halbe Runde nicht wirklich schneller. Leider habe ich beim Anschlag knapp das Podest verpasst (um 0,25 Sekunden) und bin am Ende Fünfter geworden. Eigentlich ganz ok, nur etwas ärgerlich.

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An Entspannung in den nächsten Wochen war auch nicht zu denken, denn die Wettkämpfen folgten Schlag auf Schlag. Das nächste Wochenende, der nächste Wettkampf. Gleich nach Hamburg ging es dann wieder einmal nach Russland. Diesmal nach Wolgograd (RUS), wieder zum “Champions-Cup”. Es war die Dritte und letzte Station der kleinen, neuen Wettkampfserie. Diesmal bin ich allerdings nur für 2 Tage hingeflogen, mit einem Aufenthalt von nicht einmal 12 Stunden in Wolgograd, inklusive dem Wettkampf. Leider war auch die Reise dorthin leicht umständlich, mit langen Umsteigezeiten in Moskau. So kam es, wie es kommen musste und der Wettkampf verlief sehr bescheiden. Ich war bereits nach ca. 200 Metern bedient und fertig mit mir und der Umwelt. Ich bin dann einfach nur noch irgendwelchen Füssen nachgeschwommen und habe am Ende einen enttäuschenden 10. Platz belegt. Nun gut, solche Tage gibt es nunmal. Einfach abhaken und weiter machen, denn es kommen ja noch viele Wettkämpfe in dieser Saison.

Am Wochenende nach Wolgograd habe ich erfolgreich meine B-Lizenz-Leistungssport bestanden! Nun kann ich auch neben der Schwimmerei am Beckenrand stehen und evtl. bald meine eigene Gruppe trainieren.

Aber jetzt ging es für mich erstmal im Wasser weiter und nicht als Trainer draussen. Es folgte der 10 Kilometer Weltcup in Roberval (CAN). Das Rennen ging über 6 Runden á 1,66 Kilometer. Zum Glück war das Feld mit 24 Startern für einen Weltcup recht klein, was die Schlägerei um die Bojen herum schon deutlich minimierte. So richtig ging es dann auch erst in der 6. und letzen Runde los. Ich konnte an mich ganz gut im hinteren Teil des Packs halten und auf der letzten Gerade auf den 6. Platz vorschwimmen. Leider habe ich es im Zielspurt nicht mehr geschafft die beiden Schwimmer vor mir zu überholen und blieb somit auf dem 6. Platz.

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Ein paar Tage später ging es dann zu meinem Lieblingswettkampf nach Magog (CAN). Am Donnerstag vor dem eigentlichen 34 Kilometer-Rennen stand ein “Sprint” über 2 Kilometer auf dem Programm. Das ist immer eine ganz lustige Angelegenheit. Es ging über 3 wintzige Runden in einem kleinen Nebenfluss mit leichter Strömung. Ich habe bin die gesamte Zeit vorn geschwommen, da ich dies meistens als letzte kleine intensive Trainingseinheit vor dem langen Rennen wahrnehme. Leider kam auf den letzten Metern ein Franzose neben mich und ich wurde im Foto-Finish mit 1 Hunderstel Sekunde Abstand auf den 2. Platz gesetzt.

Der richtige Wettkampf am Samstag über 34 Kilometer (was in Magog heisst, dass EINE riesige Runde im See geschwommen wird), ging auch sehr sehr ruhig los. Eigentlich übertrieben langsam. So langsam habe ich noch kein Rennen erlebt, aber da es eh ein langer Tag werden sollte, wollte auch niemand Führungsarbeit leisten. So kam es dann auch, dass zwischenzeitlich eine Frau mit ca. 300 Metern Abstand zum Pack als Erste rumschwamm. Nach 5 Stunden wurde mir dann doch etwas zu langweilig und ich habe das erste Mal das Tempo etwas verschärft. Danach waren wir noch 6 Schwimmer. Nach der 6. Stunde kam es zu einem kleinen Durcheinander, was zu einer 50 Meter Führung eines Mazedoniers führte. Leider haben sich alle restlichen Schwimmer quasi geweigert diese Lücke zuzuschwimmen. So musste ich die Arbeit leisten. Das Ganze hat dann zum Glück nicht mehr als 15 Minuten in Anspruch genommen, aber dennoch war ich etwas platt danach.

Als die Gruppe dann wieder zusammen war, geschah nichts bis ca. 1 Kilometer vor dem Ziel. Ich wusste, dass mein Endspurt nicht zu gebrauchen war, also habe ich schon früher das Tempo angezogen. Leider konnte ich keine Distanz zwischen mich und den Rest der Gruppe bringen.500 Meter vor dem Ziel flog der spätere Gewinner förmlich an mir vorbei. Ich konnte dann nur noch die Füße des Drittplatzierten bekommen. Ich habe alles versucht auf den letzten Metern, aber es wurde nur eine Holzmedaille und ein 4. Platz. Ich hatte mir das Rennen leider anders vorgestellt. 4. ist immer etwas enttäuschend.

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2 Wochen später stand dann die Europameisterschaft an. Doch davon schreibe ich dann in meinem 3. Teil.

Euch allen viel Spass in der Sommerpause.

Euer

Studzi

 

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Sommerzeit ist Wettkampfzeit Teil 1/3

Hallo liebe Leser,

nach sehr langer Zeit habe ich nun endlich mal wieder die Muse gefunden etwas zu schreiben.
Mein letzter Blog ist ja jetzt schon einige Monate her. Seitdem ich viel passiert.
Nach den FINA Grand-Prix in Argentien ging es dann von Anfang Februar bis Ende Mai eigentlich nur ums Training. Viel Sport, wenig Anderes.
Ende Mai ging es, wie schon letztes Jahr, nach Mallorca zum “Bestfest” in Colonia Saint Jordi. Dort habe ich neben 3 kleineren Wettkämpfen (5 km 5. Platz, 7 km 6. Platz und 1,5 km 1. Platz) auch 2 Swim-Clinics für meinen Sponsor FINIS gegeben. Die Erste fand im Bestcenter im Pool statt. Zusammen mit Olympiamedaillengewinner Ross Davenport (GBR) konnte ich einer Reihe sehr interessierter Schwimmer und Schwimmerinnen die FINIS Produktpalette näher bringen und ganz nebenbei auch noch ein paar Technikkorrekturen durchführen.
Die Zweite, und für mich deutlich spannendere Clinic, fand tags darauf am Strand statt. Dort ging es in einem “Freiwasser-Crash-Kurs” ums Geradeausschwimmen, Packschwimmen, Orientierung und vieles mehr. Ich hoffe es hat allen Teilnehmern viel Spass gemacht und, dass ich ein paar hilfreiche Tipps geben konnte.

Direkt aus Mallorca ging es für mich nach Moskau zu 2 kurzen Einladungrennen im Rahmen des sog. “Champions-Cup”. Die Distanz betrug nur jeweils 1,8 Kilometer in einem Viereckskurs. Am Ende standen ein 4. und ein 3. Platz auf dem Papier. In der Woche zwischen beiden Wettkämpfen konnte ich wirklich gut trainieren. Das Schwimmbad in Moskau war zwar etwas älter, aber anstonsten eine super 50 Meter Bahn, die zu Hause in Wiesbaden nicht immer zur Verfügung steht.
Alles in Allem eine schöne Erfahrung mal Mütterchen Russland kennen zu lernen. Ein Land ganz schöner Gegensätze.

2 Wochen später wurde es dann etwas ernster. Es stand die Europameisterschaftsqualifikation für die 25 Kilometer in Bracciano (ITA) an. Da ja die 25 km aus dem Programm der DM gestrichen worden, wurde die Quali somit mal ausser Landes ausgetragen.
Es galt eine Zeit von 5:15 Stunden zu unterbieten, was eigentlich machbar sein sollte. Beim technical meeting einen Tag vor dem Rennen, haben dann allerdings die Italiener ziemlich an dem Kurs rumgedoktort, da es nur ein Verpflegungspontoon gab und die Runden anfangs zu lang waren. Nach einer ewigen Diskussion wurde dann die Runde so verkleinert, dass es insgesamt 16 Runden zu schwimmen galt, was ca. 1,56 Kilometer pro Runde entspricht. Da habe ich mir schon gedacht, dass der Kurs entweder zu kurz oder zu lang werden wird. Nun gut, kann man ja nicht ändern und so ging es dann am nächsten Tag sehr gemütlich los. Ich schwamm irgendwem die ersten 2 Runden hinterher und liess mir nach jeder Runde meine Zwischenzeit ansagen. Schon nach der ersten Runde war mir klar, dass das heute ein ziemlich langer Tag werden sollte. Die erste Runde lag genau im 5:15 Stunden Schnitt, was bedeutet, dass das Ganze auf jeden Fall zu lang war. Die Zweite war dann zwar einen Tuck schneller, aber immernoch zu langsam. Da ich auf keinen Fall 20 Kilometer den Hasen spielen wollte und mich dann beerdigen wollte, bin ich weiter ruhig im Pack mitgeschwommen, wohlwissend, dass die Zeit weg war.
Leider kam dann nach ca. 12 Runden der kleine Mann mit dem Hammer und haute ein paar Mal kräftig zu, womit ich dann die ersten 3 Schwimmer verlor und ich allein nach 5:29 Stunden als 4. ins Ziel kam. An diesem Tag hat bei mir leider gar nichts gepasst. Das soll sich jetzt hier nicht nach Ausreden anhören, aber alle Kleinigkeit gingen schief, was unterm Strich einfach nur nervig ist. Schwimmbrille ständig voller Wasser und beschlagen, was sich auch nach mehrmaligem Wechsel der Selbigen nicht änderte. Der Anzug drückte, wo es nur ging. Die Blase hatte auch keine Lust sich einfach mal so im Schwimmen entleeren zu lassen. Dazu der zu lange Kurs. Zum Glück waren die restlichen Bedingungen super. Warmes Wasser und keinerlei Wellen.

Die Woche nach Italien ging es dann zur Abwechslung in die Nähe von London, um genau zu sein nach Henley-on-Thames. Dort findet alljährlich ein 2,1 Kilometer kurzes Rennen die Thames hinauf statt. Das Ganze ist eine Woche vor der berühmten Ruderregatta dort. Das Besondere an dem Wettkampf ist die Startzeit. Gestartet wurde nämlich 4:30 Uhr, FRÜHS! Zum Glück durfte man mit einem Neoprenanzug schwimmen. Ich konnte das Rennen ziemlich locker mit ca. einer Minute Vorsprung gewinnen. Was das Wochenende noch schöner machte war, dass auch meine Freundin ihr Rennen dort gewinnen konnte. Quasi ein Familiendoppelsieg :)

Der zweite Teil des bisherigen Sommer kommt dann im nächsten Blogeintrag.

Bis dahin viel Spass beim Schwimmen

Euer Studzi

 

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FINA Grand-Prix Santa Fe – Coronda (ARG)

Hallo liebe Leser,

 

hier nun mal nach einiger Zeit wieder ein Lebenszeichen von mir. Gestern war der erste FINA Grand-Prix des Jahres. Es ging von Santa Fe den Fluss herunter nach Coronda (Argentinien). Dabei galt es eine Strecke von ca. 57 Kilometern zurückzulegen.

Der Wettkampf fing mit einer kleinen Überraschung an. Knapp 15 Minuten vor dem Start hiess es, dass das Rennen ertsmal vertagt worden sei, da ein großes Gewitter im Anmarsch war. Natürlich war jeder von uns schon in Wettkampfmontour. D.h. eingecremt und eingefettet. So mussten wir dann mehr als eine Stunde in einem kleinen Räumchen warten, bis der Veranstalter, nach einigem Hin und Her, sich dazu durchgerungen hatte das Rennen doch zu starten. Dieses Durcheinander vor einem sehr langen Tag ist der Konzentration nicht wirklich zuträglich. Nichtsdestotrotz ging es mit knapp 1:15 Stunden Verspätung los.

Am Anfang gab es viel Getrete und Gehaue, da es erst 10 Minuten gegen die Strömung ging und man dabei nicht wirklich vorwärts kommt. Leider war der Fluss etwas rau und wellig. Aber nun gut, da muss ja zum Glück jeder durch. Bis auf ein bis zwei kleinere sinnlose Antritte von Anderen war bis ca. 5 Stunden nicht viel los. Danach wurde es etwas hektischer und das Pack verkleinerte sich auf ca. 9 Mann. Nach einer weiteren Stunden waren nur noch 5 Mann drin.

Da ich ja nicht so der Sprinter bin, habe ich mich dazu entschlossen nach 7 Stunden mal ein wenig Dampf zu machen. So ging es eigentlich ziemlich flott, dass wir nur noch zu Dritt unterwegs waren. 2 Italiener und ich. Ich machte dann mehr als eine Stunde allein Tempo, da die Beiden nicht wirklich Lust hatten was zu tun. So kam es wie es kommen musste und beide sind dann ca. 10 Minuten vor dem Ende an mir vorbei. Der Eine links, der Andere rechts. Ich konnte nur noch mit großer Mühe die Füsse halten und bin am Ende nach 8:19:16 Stunden 3. geworden.

Eigentlich nicht schlecht, nur das “Wie” stört mich ein wenig. Nun geht es nächste Woche zum längen FINA Wettkampf über 88 Kilometer von Hernandarias nach Parana.

Ich werde von dort wieder berichten.

Euer

Studzi

 

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Crowdfunding für Argentinien

Hallo liebe Leser,

meine Planung für die erste Saisonhälfte steht nun soweit fest. Diese könnt ihr  euch HIER  ansehen.

 

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Um meine Wettkampfreise nach Argentinien nächstes Jaht zu finanzieren, habe ich mich entschlossen bei Aurango.com einem Crowdfunding-Projekt mit zu machen. Ich hoffe Ihr könnt mich mit 5 € unterstützen. Auch kleine Zuwendungen sind eine enorme Hilfe.

 

Vielen Dank

 

Euer

 

Studzi

Faros Marathon 2013

Hallo liebe Leser,

 

wie versprochen nun der nächste Blog aus Kroatien. Gleich nach dem Wettkampf letzte Woche ging es los nach Kroatien. Hier standen heute 16 Kilometer an. Das war also knapp das zehnfache vom letzten Wochenende.

Der Wettkampf hier gefällt mir schon seit Jahren sehr gut. Ich bin jetzt auch schon zum 8. Mal hier. Der Kurs ist eigenlich recht simpel. Es geht 8 Kilometer aus der Bucht vor Stari-Grad heraus, um eine Wendeboje und schnurstracks zurück in die Stadt. Unterwegs gibt es keinerlei Markierungspunkte, also es sind zwar 3 Bojen als quasi Richtungsbojen im Meer, aber die ignoriere ich schon aus Gewohnheit..

Das Rennen ging ganz ruhig los, wie es meistens bei solchen Wettkämpfen der Fall ist. Eine kleine Besonderheit was diesmal die Teilnahme von Oussama Mellouli (TUN), dem Olympiasieger aus London 2012 über 10 Kilometer, der auch letzten Monat in Barcelona Weltmeister über die 5 Kilometer wurde. Des Weiteren war auch noch der Sieger des Freiwasserrennens der Universiade, der Italiener Matteo Furlan, mit dabei. Alles in allem ein ganz nettes Starterfeld für diesen Wettkampf.

Wie gesagt, das Rennen begann ruhig. Nach ca. 45 Minuten hat dann Oussama das erste Mal ein wenig das Tempo angezogen und schon hat es die ganze Gruppe, ich würde schon sagen, zerfetzt. Der kann wirklich gut schwimmen. Seine Technik ist sehr schön anzuschauen!

Bis zur Wendeboje passierte dann nicht wirklich viel. Kurz vorher wurde es noch einmal hektisch, da es eine kleine Prämie für den Ersten an der Wendeboje gab. Die holte sich, wie sollte es auch anders sein, Ous recht locker ab.

Der Rückweg war dann schon etwas flotter, da der Italiener es nun wissen wollte. Allerdings kam er nicht wirklich weit vom Feld weg und brach dann seinen Ausreissversuch recht bald wieder ab.

Nach ca. 2 Stunden habe ich mich dann entschlossen ein wenig Tempo zu machen, da ich es unter keinen Umständen auf einen Schlussspurt ankommen lassen wollte. Denn da habe ich gegen die Jungs keine Chance. Also bin ich etwas weiter links von der Gruppe geschwommen und hab mein Glück in der Flucht gesucht. Es ist mir niemand gefolgt, also habe ich einfach mal reingedroschen.

Ca. 15 Minuten vor dem Ziel war ich dann doch ziemlich durch mit mir und der Welt, aber mein Vorsprung hat gereicht und so konnte ich nach 3:02:57 Stunden mit 1:15 Minuten vor dem Italiener Matteo Furlan und dem Russen Vladimir Dyatchin gewinnen. Oussama Mellouli wurde am Ende Vierter.

Jetzt geht es in meine Saisonpause. Ich werde Euch dann über meine nächste Saison informieren sobald ich weiss wann welche Wettkämpfe stattfinden.

 

Viel Spass Euch allen beim Sporttreiben

 

Studzi

 

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Great Scottish Swim 2013

Hallo liebe Leser,

 

die Wochen nach den langen Wettkämpfen in Kanada waren für mich zwar erholsam, aber dennoch hatte ich einige kleinere Rennen auf dem Programm.

Gleich nach meiner Rückkehr ging es nach Altwarmbüchen zum “6. Outdoorschwimmen”. Ich war nach meiner Armverletzung 2011 schon einmal dort und es hat mir sehr gefallen. Der erste Wettkampf wurde über 2,5 Kilometer ausgetragen und am Tag danach standen die 5 Kilometer auf dem Plan. Ich konnte beide Renne recht leicht gewinnen. Das war auch nur als kleiner Trainingswettkampf geplant. Und ich muss sagen, dass es mir doch viel Spass dort gemacht hat.

 

Letztes Wochenende ging es dann mal wieder ins Vereinigte Königreich. Genauer gesagt nach Schottland nach Glasgow. Dort fand im Loch Lomond der “British Gas Great Scottish Swim” statt. Wie ihr bestimmt bereits wisst ist die “Great Swim”-Serie Europas größte Schwimmveranstaltung im Freiwasser. Diesmal waren ca. 1.900 begeisterte Schwimmer mit dabei. Es konnte dabei zwischen 3 Distanzen ausgewählt werde. 0,5 Meilen, 1 Meile und 2 Meilen. Für uns ging es wie gewohnt über 1 Meile. Mein Rennen fing ganz gemächlich an, nur einige Beckenschwimmer haben am Anfang ziemlich reingeprügelt, aber das hat sich zum Glück nach ca. 200 Metern gelegt…

Nach ca. 400 Metern war das gesamte Feld, angeführt von Chad Ho (RSA) ziemlich weit rechts vom Kurs und ich bin dann allein weiter links geschwommen, aber nach weiteren paar 100 Metern war alles wieder ein großes Pack. Kurz vor der Hälfte habe ich mich dann neben Chad gesetzt und war nach der Hälfte der Strecke vorn. Chad ist dann wieder sehr weit rechts geschwommen und ich mal wieder links. Das liegt auch daran, dass ich ungewollt immer einen Linksdrall habe und nicht wirklich geradeaus schwimmen kann. Bei diesem Kurs war das allerdings kein Nachteil, da die Runde gegen den Uhrzeigersinn geschwommen wurde. Da ich es bei bestem Willen nicht auf einen Schlusssprint ankommen lassen wollte, da ich dafür einfach zu langsam bin, habe ich ab ca. 1000 Metern einfach angefangen etwas Gas zu geben und gehofft, dass es reichen wird. Am Ende war ich dann eine Körperlänge vor Chad im Ziel und konnte das Rennen nach 16:46,99 Minuten gewinnen. Chad wurde Zweiter in 16:48,55 und mein Teamkollege Christian Reichert ganz knapp Dritter in 16:48,92 Minuten.

 

Nun geht es zum Saisonabschluss für mich nächste Woche wiedermals nach Kroatien. Ich freue mich schon sehr auf den Wettkampf dort. Ich werde Euch dann von dort berichten.

 

Studzi

 

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Reise nach Kanada

Hallo liebe Leser,

ich war nach der ziemlich enttäuschenden Deutschen Freiwassermeisterschaft die letzten 2 Wochen in Kanada für einen FINA 10 km Weltcup und 2 FINA Grand-Prix-Wettkämpfen. Am 25.07. fand der 10 km Weltcup im kleinen, aber sehr schönen Örtchen Roberval, nördlich von Montreal, statt. Es ging über 6 Runden á 1,67 Kilometer. Die Wassertemperatur war für ein 10 Kilometer Wettkampf mit ca. 18°C sogar für mich erträglich. Das Rennen ging sehr gemächlich los. Die ersten 4 Runden passierte wirklich gar nichts. Ich hing die ganze Zeit in der Gruppe rum. Da mir dann doch etwas frisch wurde bin ich anfangs der 5. Runde nach vron geschwommen und habe etwas das Tempo angezogen. Am Ende der Runde lag ich knapp 15 Sekunden, mit einem Italiener im Schlepptau, deutlich vor dem gesamten Feld. Da dachte ich mir, dass ich einfach auch die letzte Runde durchziehe und mal schaue, ob das bis zum Ende klappt. Nach weiteren 1000 Metern war auch der Italiener ziemlich durch den Wind und musste sehr schnell, sehr weit abreissen lassen. Am Ende konnte ich wirklich deutlich mit über 50 Sekunden Vorsprung gewinnen. Dies ist bei 10 Kilometer Wettkämpfen äusserst ungewöhnlich, da es eigentlich immer zu einen Schlusssprint mit dem gesamten Feld kommt. Nun gut, ich will mich hier jetzt nicht beschweren, denn schließlich ist ein Sieg immer was schönes.

Nur 2 Tage später standen dann die 32 Kilometer vom FINA Grand-Prix Lac St-Jean an. Dies ist eigentlich gar nicht mein Wettkampf, da ich kaltes Wasser nicht mag, um ehrlich zu sein verabschäue ich es zutiefst! Die ersten Stunde des Wettkampfen waren dann mit 16-17°C Wassertemperatur dann auch sehr sehr frisch für mich und ich wollte schon aufhören. Aber da man bei diesem Wettkampf die erste Stunden in einem Zufluss zum eigentichen See schwimmt und nach erreichen des Sees die Temperatur deutlich wärmer wird, bin ich dann doch weitergeschwommen. Im See waren es dann recht angenehme 20°C (so schätze ich zumindest). Leider gab es alle paar hundert Meter immer kalte Stellen (ca. 17°C). Diese Temperaturänderung von warm auf kalt und das ständig machte mir ziemlich zu schaffen. Aber ich konnte ziemlich lange damit umgehen. Leider tat mir nach ca 3:30 Stunden dann unerwarteterweise die rechte Schulter mal wieder weh. Da ich nach meiner Schuler-OP Anfang 2008 sehr sensibel bin was Schulterschmerzen angeht, habe ich dann nach ca. 4 Stunden den Wettkampf abgebrochen. Das war sehr enttäuschend, da ich den See noch nie so warm erlebt habe und ich ohne Probleme hätte das Rennen beenden können. Nichtsdestotrotz war mir meine Schulter wichtiger.

Eine Woche später stand der nächste FINA Grand-Prix über 34 Kilometer im Lac Memphrémagog an. Meine Schulter war die ganze Woche über tiptop und auch im gesamten Wettkampf habe ich sie nicht einmal gespürt. Nun aber zum Anfang. Der Wettkampf besteht aus einer riesengroßen 34 Kilometer Runde, was alles schön übersichtlich macht. Am Wettkampftag zeigte sich der See allerdings von seinen weniger schönen Seite. Es war sehr windig und so schlugen uns auf dem Hinweg zur Wendeboje (welche nach ca. 17 Kilometern war) kleine aber harte Wellen ins Gesicht. Das Wasser war für die dortigen Verhältnisse recht frisch, aber mit ca. 21-23°C sehr angenehm. Ich dachte immer ich sei eine Frostbeule, da ich bei längeren Wettkämpfen mit Wassertemperaturen unter 20°C sehr große Probleme habe, um nicht zu sagen Unüberwindbare. Die ersten 3:30 Stunden machte ein Italiener durchgängig alleine Tempo (wobei es sich am Ende vom Pack, wo ich mich die ganze Zeit befand, doch recht angenehm langsam war) machte. Er wollte wohl nicht einfrieren, aber nach ca. 3:45 Stunden musste er unterkühlt aufgeben und danach innerhalb von 20 Minuten noch 2 weitere Schwimmer. Da habe ichd as erste Mal gemerkt, dass ich zwar kaltes Wasser überhaupt nicht vertrage, aber es gibt andere Schwimmer bei denen es noch viel extremer ist!

Nun zurück zum Wettkampf. Leider hatte ich von anfang an Probleme mit meiner Blase und ich konnte nur urinieren, wenn ich auf der Stelle stand und mich keinen Zentimeter bewegt habe. Dadruch habe ich immer wieder den Anschluss an das Feld verloren. Ich musste nach meinen “Pinkel-Pausen” teilweise Löcher von ca. 100 Metern zuschwimmen. Das war auf Dauer sehr kräfteraubend. Ich hatte in meiner Karriere bis jetzt noch nie Probleme mit dem Wasserlassen im Wettkampf gehabt. Ich denke, dass meine Schwimmhose zu sehr auf meine Blase drückte und ich somit nicht “konnte”. Leider liess sich dieses Problem während des Rennens nicht beheben. Nach ca. 5 Stunden war ich dann nach einer weiter Zwangspause total am Ende und musste vom Feld abreissen lassen. Danach, im Glauben daran, dass mein Wettkampf quasi vorbei war, habe ich dann 2 längere “Pinkel- und Esspausen” eingelegt. Ich denke, dass beide zusammen ca. 4 Minuten in Anspruch genommen haben. Danach ging es für mich gemütlih weiter Richtung Ziel. Jedoch nach 6 Stunden fühlte ich mich plötzlich wieder topfit und habe aus Spass einfach mal etwas das Tempo angezogen. Es war weit und breit kein anderer Schwimmer zu sehen. Nach ca. Einer weiteren Stunde konnte ich zu einem kleinen Feld aus 5 Schwimmern aufschliessen, was sich aber aus 4 Frauen und nur einem Mann zusammensetzte. Mit denen bin ich dann bis zum Ziel geschwommen in einem recht gemütlichen Tempo. Da dies die ersten Frauen waren wollte ich mich nicht in deren Zielsprint einmischen und bin hinter ihnen ins Ziel getrottet. Am Ende bleibt ein für mich sehr enttäuschender 7. Platz in 7:37:42 Stunden, allerdings mit nur 3 Minuten Rückstand auf Platz 4. Ohne meine “Endlos-Pausen” zwischendurch wäre evtl. ein 4. Platz drin gewesen. Nach weiter vorn hätte es wohl nur ohne meine Probleme gereicht. Ich denke ein 2. oder 3. Platz wären ein realistisches Ziel gewesen. Gewonnen hat ein übberragender Joannes Hedel (FRA), der mit über 6 Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten anschlug. Gratulation noch einmal dazu!

Für mich geht es jetzt mit ein paar kleineren Wettkämpfen dem Saisonende entgegen. Nächstes Jahr steht dann die Heim-EM auf dem Plan, wobei unsere Quali in Hamburg bei wohl wieder frischen Wassertemperaturen stattfindet. Ich hoffe dann diesmal, dass der Wettergott ein kleines einsehen mit mir hat.

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