Archiv für den Monat: Januar 2012

Und noch eine Krankheit

Hallo liebe Leser,

gestern fand der FINA Grand-Prix in Santa Fe leider ohne mich statt. Ich habe mir, nach dem DNF in Rosario, wie hätte es auch diesmal anders sein sollen, wieder was eingefangen. Zuerst dachte ich alles sei gut, doch letzten Dienstag Abend ging die Tortur dann erneut los. Zum Glück nur mit leichtem Fieber, aber Erbrechen und Durchfall wie immer im Überfluss.
Ich habe dann bis Samstag zum Technical Meeting  gewartet und darauf gehofft, dass es mir wieder besser geht. Bis dahin habe ich mich auch halbwegs wieder normal gefühlt. Nur im Wassertraining habe ich doch die Schlappheit deutlich gemerkt. Es war mir nicht möglich unter 1:20 Minuten auf 100ern zu schwimmen. So habe ich mich dann schweren Herzen dazu entschieden hier nicht an den Start zu gehen. Ich habe dies die letzten Jahre immer wieder versucht mit einer Krankheit zu schwimmen, doch es war jedes Mal das gleiche Ergebnis: DNF.
Also bin ich dieses Jahr gar nicht erst an den Start gegangen. Ich habe jetzt auch meinen Heimflug umgebucht und werde auch nächste Woche den Wettkampf in Parana sausen lassen.
Soviel zu meinen ersten Wettkämpfen in dieser Saison. Das war dann doch eher nichts…
Nun steht erst einmal die lange Heimreise bevor, bevor es dann nächste Woche wieder mit dem Training losgeht. Es ist zwar noch lang hin bis zum Sommer und so hoffe ich das Beste daraus zu machen. In die Gesamtwertung komme ich jetzt auch nicht mehr, was meinen Plan dann ziemlich über den Haufen wirft. Ich werde dann wohl jedes Rennen einzeln in Angriff nehmen und eventuell den einen oder anderen Wettkampf verschieben. Aber das werde ich im weiteren Verlauf der Saison sehen.
Es haben sich zum Glück auch neue Wettkampfmöglichkeiten aufgetan, aber mehr dazu zu einem anderen Zeitpunkt.

Studzi

 

 

Erster Zonk in Argentinien

Hallo liebe Leser,

letzte Woche ging es für mich zu den ersten FINA Grand-Prix Wettkämpfen nach Argentinien.
Meine Anreise war sehr lang, da ich einen günstigen Flug ergattern konnte, jedoch dabei das Routing ziemlich bescheiden war. Mein Flug ging von Frankfurt über London und New York City nach Buennos Aires. Nach 26 Stunden Flug kam dann auch noch eine knapp 5 stündige Busfahrt vom Flughafen in Buenos Aires nach Rosario dazu. Also, nach insgesamt 31 Stunden, war ich dann endlich hier.
Die Tage vor dem Wettkampf verliefen eigentlich ganz gut. Nur das Trainingsbecken hier ist sehr gewöhnungsbedürftig. So wie alle Schwimmbäder hier, in denen ich jemals war. Alles ist alt und teilweise heruntergekommen. Leinen, wenn man diese Schnüre als solche bezeichnen kann, sind nur spärlich vorhanden und das Wasser im Becken meist trüb und dreckig.
Nun gut, ich weiss ja was mich hier erwartet. Ich bin mittlerweile schon das 6. Mal hier in diesem Land.
Nun zum Wettkampf. Das Rennen ging über 15 km und fand in einem Dreieckskurs im Fluss „Parana“ statt. Den Kurs galt es 6 Mal zu durchschwimmen. Dabei ging es, zumindest gefühlt, die meiste Zeit flussaufwärts an einer mehr oder minder gespannten Leine (eigentlich ein Drahtseil mit Plastik umrundet) entlang. Dies sollte sich im nachhinein als Hinderniss erweisen.
Das Rennen begann sehr ruhig und ich lag die ersten 3 Runden locker am Ende vom Pack. In der 4. Runde bin ich dann mal nach vorn, da ich die letzten beiden Runden gern vorn schwimmen wollte. Es ist ziemlich schwierig gegen die Strömung andere Schwimmer zu überholen. Deshalb wollte ich dann von vorn Tempo machen. Am Ende der 5. Runde passierte es dann. Ich lag an erster Position und schwamm gegen die Strömung nach am Seil den Fluss hoch, als ein Zuschauer dieses Seil zu mir drückte und ich mit meiner linken Schulter derart da rein rasselte, dass ich mir eine ca. 20 cm lange Schnittwunde holte. Zuerst brannte es sehr stark. Ich war etwas erschrocken, da ich im ersten Moment nicht wusste was passiert war. Dann schaute ich auf die Schulter und sah die Wunde, die sehr rasch weiss wurde. Das ganze Pack ist dann also ziemlich fix an mir vorbei geschwommen. Eigentlich wollte ich mich nach dem ersten Schock am Ende wieder einreihen, jedoch nach 1-2 Zügen brannte es in diesem Dreckwasser nur noch mehr. Da ich keine Infektion riskieren wollte, entschied ich mich dann schweren Herzens aufzugeben. Sowas ist mir bei einem solch kurzem Rennen auch noch nicht passiert.
Des Weiteren muss ich sagen das es oft passierte, dass die Zuschauer Unterwasser nach uns treten. Einige Schwimmer haben so Tritte in den Bauch und gegen die Rippen abbekommen. Zusätzlich landet mach zwangsweise ziemlich häufig mit der Hand an der Leine oder im Gesicht eines Zuschauers, da diese in etwas 10 cm neben einem stehen. Neben der Schnittwunde sieht mein linker Arm aus wie nach einer Schlägerei. Schnitte und kleine Blutergüsse.
Jetzt bin ich ziemlich niedergeschlagen, da ich dieses Rennen nicht beenden konnte. Ich hab mich zwar nicht überragend gut gefühlt, aber irgendwie wäre ich schon unter den ersten 5 gelandet.
Jetzt hoffe ich, dass ich nie nächsten Tage hier nicht krank werde, so wie letztes Jahr, und dann schaue ich mal weiter. Heute, am Montag, werde ich nicht ins Wasser steigen, da die Wunde noch nicht ganz zu ist und es immernoch etwas nässt. Ausserdem möchte ich dieses Brennen nicht gleich heute wieder spüren. Es reicht mir schon die nächsten Tage im Chlorwasser das Brennen ertragen zu müssen.
Ich melde mich dann wieder aus Santa Fe. Der Wettkampf dort, wird dank der niedrigen Wasserpegels, wohl über 9 Stunden dauern. Im Vergleich dazu war unsere Zeit 2010, als ich dort den Zweiten Platz belegte, etwas unter 7 Stunden!

Gruß

Studzi

 

Und es geht wieder los

Hallo liebe Leser,

erst einmal von mir noch ein frohes neues Jahr. Mein Jahresabschluss bzw. der Anfang des neuen Jahres ist geprägt von reichlich Training, denn bald geht es mal wieder nach Argentinien zu den langen Grand-Prix-Wettkämpfen.
Das Training läuft momentan ganz gut. Nachdem ich 2 Wochen lang einen Durchhänger hatte, läuft es seit Ende vorletzter Woche doch erstaunlich gut. Letzte Woche bin ich dann auch auf 90 Kilometer gekommen. Ich bin gespannt wie diese Woche verläuft, aber ich glaube ich bin auf einem soliden Weg. Es sind ca. 75 Kilometer geplant, was auch locker drin sein sollte. Das sind ja unter dem Strich auch nur knapp 7 Kilometer pro Trainingseinheit und somit auch für den Kopf wieder etwas Entspannung.
In der nächsten Woche geht es dann nach Argentinien, genauer gesagt erst einmal nach Rosario. Der Trip dahin gleicht in diesem Jahr einer kleinen Weltreise, da ich eine ziemlich bescheidene Flugverbindung habe. Leider konnte ich dieses Mal keinen Direktflug buchen, da dieser sehr teuer war und somit fliege ich von Frankfurt nach London, dann nach New York und letztendlich nach Buenos Aires. Danach kommt auch noch eine schöne Stunde Busfahrt durch die Stadt zum Busbahnhof „Retiro“ und von da aus noch einmal knapp 5 Stunden mit dem Bus nach Rosario. Und danach falle ich bestimmt halbtot ins Bett.
Zum Glück ist der Wettkampf erst am Sonntag, den 22.01.2012. Und bis dahin sollte ich mich auch akklimatisiert haben.

Der FINA Grand-Prix besteht in diesem Jahr aus 8 Stationen:

Rosario (ARG)            22.01.2012    15 km
Santa Fe – Coronda (ARG)        29.01.2012    57 km
Hernandarias – Parana (ARG)    05.02.2012    88 km
Capri – Napoli (ITA)            17.06.2012    36 km
Lac St-Jean (CAN)            28.07.2012    32 km
Lac Memphrémagog (CAN)        04.08.2012    34 km
Sabac (SRB)                05.08.2012    19 km
Ohrid (MKD)                11.08.2012    30 km

Ich werde versuchen bei allen teilnehmen zu können, wobei ich maximal an 7 Stationen mitmachen kann, da sich am ersten Augustwochenende 2 Wettkämpfe quasi überschneiden und es unmöglich ist von Samstag Abend rechtzeitig von Kanada aus nach Serbien zum Start zu kommen. Das wäre auch eine Qual.
Man kann bei jedem Rennen Punkte sammeln, um sich für die Gesamtwertung zu qualifizieren. Die Punkteverteilung ist, anders als bei dem FINA 10 km Weltcup, etwas komplizierter und richtet sich nach dem Preisgeld, was bei jeder einzelnen Station gewonnen werden kann. Getreu dem Motto: „Mehr Geld, mehr Punkte.“
Jedoch gibt es einen großen Kritikpunkt meinerseits gegenüber der FINA. Nach dem tragischen Unfall im Oktober 2010 in Dubai, bei dem ein amerikanischer Schwimmer zu Tode kam, wurden die Regeln im FINA 10 km Weltcup u.a. derart geändert, dass man beim letzten Saisonrennen nur noch starten muss, um in die Gesamtwertung (und damit auch an das Geld) zu kommen. Früher musste man das letzte Rennen innerhalb des Zeitlimits beenden. Nur leider gibt diese Regelung nicht für den FINA Grand-Prix. Daraus sieht man, dass ich am Ende der Saison quasi gezwungen werde einen 30 Kilometer Wettkampf zu beenden, egal wie es mir geht. Klar bleibt es letztendlich meine Entscheidung, ob ich ins Ziel komme oder nicht, aber Geld kann ein ziemlicher (Über-) Motivator sein. Der Wettkampf in Mazedonien ist zum Glück nicht einer der Schlimmsten und mit ca. 5:30 Stunden auch nicht der längste, jedoch finde ich es ungerecht und nicht zu verantworten, dass wir sowas ankommen MÜSSEN! Aber nun ja, es muss halt immer erst etwas passieren, damit Regeln geändert werden und dazu kommt noch, dass der Grand-Prix einen geringeren Stellenwert hat als die olympischen 10 Kilometer. Das entbindet die Verbände nicht von ihrer Fürsorgepflicht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass von dieser Regelung im DSV oder FINA nicht Viele wissen, und da die Teilnehmerfelder auch meistens auf 25-30 Schwimmer begrenzt sind (auf Grund der Tatsache, dass es verpflichtend für jeden Schwimmer ein Begleitboot geben muss), auch nicht interessieren. Zum Glück sind die Begleitboote verpflichtend und so kann eigentlich nicht viel passieren, dennoch ist diese Regelung unsinnig!!!
Nichtsdestotrotz freue ich mich riesig mal wieder längere Wettkämpfe schwimmen zu dürfen und bin gespannt wie alles so läuft.
Drückt mir die Daumen, dass ich nicht wieder nach dem ersten Wettkampf da unten krank werde.

Euer

Studzi