Archiv für den Monat: Juni 2012

„British Gas Great North Swim“

Hallo liebe Leser,

 

wie im letzten Eintrag erwähnt, war ich letzten Wochenende in der Nähe von Manchester (GBR) um im wunderschönen Lake Windermere beim „British Gas Great North Swim“ teil zu nehmen. Ich war das zweite Mal nach 2009 dort.

Bei der „Great Swim“-Serie handelt es sich eigentlich um eine riesge Massenveranstalung, in der ein Profi-Rennen eingebettet ist. Beim „Great North Swim“ sollten eigentlich fast 10.000 SchwimmerInnen, über das Wochenende verteilt über eine Meile an der Start gehen, jedoch musste auf Grund von sehr schlechtem Wetter die Veranstaltung am Freitag und auch am Samstag abgesagt werden. So fanden nur am Sonntag einige Läufe statt.

Nun zu meinem Rennen. Nach den 36 Kilometern von letzter Woche hatte ich mir eigentlich nicht viele Chancen ausgerechnet hier weiter vorn anzukommen. Allerdings verlief die zurück liegende Woche seltsamerweise sehr gut. Nach dem Start habe ich mich auch gleich wieder wie ein Ping-Pong-Ball gefühlt, denn ich bin nur von einem Schwimmer in den Anderen gerasselt. So habe ich mich dann dazu entschlossen mich schön hinten einzureihen und es erstmal ruhig angehen zu lassen. Bis ca. 700 Meter war alles auch sehr leicht, dann wurde ich jedoch etwas übermütig und wollte attackieren. Jedoch war es bei mir nach 1200 Metern der Ofen total aus. Ich habe mir dann nur noch ein Paar Füße geschnappt und bin denen hinterher geschwommen. Die letzten 100 Meter haben dann auch so weh getan, dass mir leicht übel wurde. Zum Glück konnte ich den 3. Platz halten. Nur der ehemalige 1500 Meter Europameister Sebastien Roualt (FRA) und Chad Ho (RSA) waren knapp vor mir.

Das Ganze war ein netter Wettkampf, der mir etwas Abwechselung gebracht hat, bevor es nächste Woche zu den Deutschen Meisterschaften nach Großkrotzenburg geht. Dort stehen am Donnerstag die 10 Kilometer und am Sonntag dann die 25 Kilometer auf dem Plan. Leider sind über 25 Kilometer nur sehr wenige Sportler gemeldet, was die Sache sehr langweilig machen wird.

Neuigkeiten aus Großkrotzenburg gibt es dann nächste Woche.

 

Gruß

 

Studzi

 

Capri-Neapel

Hallo liebe Leser,

 

nun, nach fast 2 Monaten ohne Eintrag, melde ich mich mal wieder.

Letztes Wochenende war ich bei meinem ersten FINA Grand-Prix in diesem Sommer. Es ging von der Insel Capri zum Festland nach Neapel über den Golf von Neapel.

Unter dem Strich bleibt leider nur ein 4. Platz (in 6:39 Stunden), der mir einerseits Hoffnung für den Rest der Saison gibt, andererseits bin ich auch sehr entschäuscht. Aber nun alles des Reihe nach.

Mein Trip ging am Donnerstag Abend los. Ich kam nachts gegen 23.30 Uhr im Hotel in Neapel an und gleich am nächsten Tag um 8 Uhr ging es per Fähre nach Neapel, da dort wohl eine Pressekonferenz mit allen Schwimmern sein sollte. Nun ja, es waren dann 10 Minuten Gerede und sonst nichts. Danach wurden wir bis Abends 17 Uhr auf der Insel rumgeschickt und konnten nur einmal ins Wasser. Nicht gerade optimal 2 Tage vor dem Wettkampf und direkt nach der Anreise. Aber da mussten ja alle Teilnehmer durch, ach nein, natürlich die Italiener nicht (dazu später mehr). Die waren natürlich nicht anwesend…

Leider haben wir auch den Tag vor dem Rennen nicht auf Capri übernachtet, sondern sind frühs per Fähre übergesetzt (eine Stunde Fahrzeit). Wer schlief aber auf Capri? Richtig, die Italiener. Ihr seht schon in welche Richtung das läuft.

Start sollte 10:15 Uhr sein, der verzögerte sich auf 10:25 Uhr. Alles in allem ging es ruhig los. Ich bin am Anfang fast am Ende des Packs rumgegammelt, was sich aber ca. 40 Minuten später als massiver Fehler entpuppen sollte. Da mein Coach erst 40 Minuten nach Rennstart auf ihrem Boot war (da zum Einsteigen nur ein schmaler Steg vorhanden war, von dem aus 30 Betreuer auf ihre Boote verteilt wurden). Nun ja, mein Coach und der vom späteren Sieger Trent Grimsey (AUS) kamen, wie sollte es anders sein, als letzte auf ihre Boote. Nun ratet mal, wer die ersten 3 Coaches auf den Booten waren, ja Italiener. Nun gut. Kann ja alles Zufall sein…

Leider entging mir 3 Minuten nach dem Start, dass 2 Italiener und der Australier links von der Gruppe gleich ihren Ausreissversuch gestartet haben. Leider habe ich das nicht gemerkt und bin weiter hinter der Gruppe abgegammelt. Als mein Coach, nach ca. 50 Minuten endlich bei mir war und ich das erste Mal getrunken habe (was normalerweise nach 15 Minuten der Fall sein sollte), erfuhr ich auch endlich, dass die 3 weg waren. Leider waren die schon knapp 300-400 Meter vor dem Feld und ich habe in der Wellen teilweise nicht einmal mehr ihre Begleitboote gesehen. Also war das Rennen da schon fast vorbei. Ich habe mich dann entschieden einen direkten Weg zum Ziel zu wählen und habe noch gehofft, dass die 3 einen Umweg schwimmen. Nach ca. 5 Stunden war ich wohl parallel zu den Dreien, nur 300 Meter versetzt, jedoch wurden dann alle 3 quasi ins Ziel gespült und so wurde ich mit ziemlich großem Abstand nur Vierter. Aber dadurch, dass ich ab Stunde 2 für fast 4.30 Stunden allein in meiner Gruppe vorn geschwommen bin, da die anderen nicht eine Minute Führungsarbeit leisten wollten, und wenn sie dann doch mal vorn waren nur kreuz und quer durch das Meer gedümpelt sind, hatte ich keine Wahl als allein das Tempo zu machen. Leider ohne Erfolg. Am Ende war es nun doch meine eigener Fehler, dass ich beim Start nicht auf die Italiener geachtet habe. Man lernt nie aus…

Nächste Woche geht es dann nach Windermere (GBR) für eine kleine Meile in kaltem Wasser. Die Woche danach stehen die Deutschen Freiwassermeisterschaften auf dem Programm und ich werde dort die 10 und 25 Kilometer schwimmen.

 

Euer

 

Studzi