Archiv für den Monat: August 2013

Great Scottish Swim 2013

Hallo liebe Leser,

 

die Wochen nach den langen Wettkämpfen in Kanada waren für mich zwar erholsam, aber dennoch hatte ich einige kleinere Rennen auf dem Programm.

Gleich nach meiner Rückkehr ging es nach Altwarmbüchen zum „6. Outdoorschwimmen“. Ich war nach meiner Armverletzung 2011 schon einmal dort und es hat mir sehr gefallen. Der erste Wettkampf wurde über 2,5 Kilometer ausgetragen und am Tag danach standen die 5 Kilometer auf dem Plan. Ich konnte beide Renne recht leicht gewinnen. Das war auch nur als kleiner Trainingswettkampf geplant. Und ich muss sagen, dass es mir doch viel Spass dort gemacht hat.

 

Letztes Wochenende ging es dann mal wieder ins Vereinigte Königreich. Genauer gesagt nach Schottland nach Glasgow. Dort fand im Loch Lomond der „British Gas Great Scottish Swim“ statt. Wie ihr bestimmt bereits wisst ist die „Great Swim“-Serie Europas größte Schwimmveranstaltung im Freiwasser. Diesmal waren ca. 1.900 begeisterte Schwimmer mit dabei. Es konnte dabei zwischen 3 Distanzen ausgewählt werde. 0,5 Meilen, 1 Meile und 2 Meilen. Für uns ging es wie gewohnt über 1 Meile. Mein Rennen fing ganz gemächlich an, nur einige Beckenschwimmer haben am Anfang ziemlich reingeprügelt, aber das hat sich zum Glück nach ca. 200 Metern gelegt…

Nach ca. 400 Metern war das gesamte Feld, angeführt von Chad Ho (RSA) ziemlich weit rechts vom Kurs und ich bin dann allein weiter links geschwommen, aber nach weiteren paar 100 Metern war alles wieder ein großes Pack. Kurz vor der Hälfte habe ich mich dann neben Chad gesetzt und war nach der Hälfte der Strecke vorn. Chad ist dann wieder sehr weit rechts geschwommen und ich mal wieder links. Das liegt auch daran, dass ich ungewollt immer einen Linksdrall habe und nicht wirklich geradeaus schwimmen kann. Bei diesem Kurs war das allerdings kein Nachteil, da die Runde gegen den Uhrzeigersinn geschwommen wurde. Da ich es bei bestem Willen nicht auf einen Schlusssprint ankommen lassen wollte, da ich dafür einfach zu langsam bin, habe ich ab ca. 1000 Metern einfach angefangen etwas Gas zu geben und gehofft, dass es reichen wird. Am Ende war ich dann eine Körperlänge vor Chad im Ziel und konnte das Rennen nach 16:46,99 Minuten gewinnen. Chad wurde Zweiter in 16:48,55 und mein Teamkollege Christian Reichert ganz knapp Dritter in 16:48,92 Minuten.

 

Nun geht es zum Saisonabschluss für mich nächste Woche wiedermals nach Kroatien. Ich freue mich schon sehr auf den Wettkampf dort. Ich werde Euch dann von dort berichten.

 

Studzi

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Reise nach Kanada

Hallo liebe Leser,

ich war nach der ziemlich enttäuschenden Deutschen Freiwassermeisterschaft die letzten 2 Wochen in Kanada für einen FINA 10 km Weltcup und 2 FINA Grand-Prix-Wettkämpfen. Am 25.07. fand der 10 km Weltcup im kleinen, aber sehr schönen Örtchen Roberval, nördlich von Montreal, statt. Es ging über 6 Runden á 1,67 Kilometer. Die Wassertemperatur war für ein 10 Kilometer Wettkampf mit ca. 18°C sogar für mich erträglich. Das Rennen ging sehr gemächlich los. Die ersten 4 Runden passierte wirklich gar nichts. Ich hing die ganze Zeit in der Gruppe rum. Da mir dann doch etwas frisch wurde bin ich anfangs der 5. Runde nach vron geschwommen und habe etwas das Tempo angezogen. Am Ende der Runde lag ich knapp 15 Sekunden, mit einem Italiener im Schlepptau, deutlich vor dem gesamten Feld. Da dachte ich mir, dass ich einfach auch die letzte Runde durchziehe und mal schaue, ob das bis zum Ende klappt. Nach weiteren 1000 Metern war auch der Italiener ziemlich durch den Wind und musste sehr schnell, sehr weit abreissen lassen. Am Ende konnte ich wirklich deutlich mit über 50 Sekunden Vorsprung gewinnen. Dies ist bei 10 Kilometer Wettkämpfen äusserst ungewöhnlich, da es eigentlich immer zu einen Schlusssprint mit dem gesamten Feld kommt. Nun gut, ich will mich hier jetzt nicht beschweren, denn schließlich ist ein Sieg immer was schönes.

Nur 2 Tage später standen dann die 32 Kilometer vom FINA Grand-Prix Lac St-Jean an. Dies ist eigentlich gar nicht mein Wettkampf, da ich kaltes Wasser nicht mag, um ehrlich zu sein verabschäue ich es zutiefst! Die ersten Stunde des Wettkampfen waren dann mit 16-17°C Wassertemperatur dann auch sehr sehr frisch für mich und ich wollte schon aufhören. Aber da man bei diesem Wettkampf die erste Stunden in einem Zufluss zum eigentichen See schwimmt und nach erreichen des Sees die Temperatur deutlich wärmer wird, bin ich dann doch weitergeschwommen. Im See waren es dann recht angenehme 20°C (so schätze ich zumindest). Leider gab es alle paar hundert Meter immer kalte Stellen (ca. 17°C). Diese Temperaturänderung von warm auf kalt und das ständig machte mir ziemlich zu schaffen. Aber ich konnte ziemlich lange damit umgehen. Leider tat mir nach ca 3:30 Stunden dann unerwarteterweise die rechte Schulter mal wieder weh. Da ich nach meiner Schuler-OP Anfang 2008 sehr sensibel bin was Schulterschmerzen angeht, habe ich dann nach ca. 4 Stunden den Wettkampf abgebrochen. Das war sehr enttäuschend, da ich den See noch nie so warm erlebt habe und ich ohne Probleme hätte das Rennen beenden können. Nichtsdestotrotz war mir meine Schulter wichtiger.

Eine Woche später stand der nächste FINA Grand-Prix über 34 Kilometer im Lac Memphrémagog an. Meine Schulter war die ganze Woche über tiptop und auch im gesamten Wettkampf habe ich sie nicht einmal gespürt. Nun aber zum Anfang. Der Wettkampf besteht aus einer riesengroßen 34 Kilometer Runde, was alles schön übersichtlich macht. Am Wettkampftag zeigte sich der See allerdings von seinen weniger schönen Seite. Es war sehr windig und so schlugen uns auf dem Hinweg zur Wendeboje (welche nach ca. 17 Kilometern war) kleine aber harte Wellen ins Gesicht. Das Wasser war für die dortigen Verhältnisse recht frisch, aber mit ca. 21-23°C sehr angenehm. Ich dachte immer ich sei eine Frostbeule, da ich bei längeren Wettkämpfen mit Wassertemperaturen unter 20°C sehr große Probleme habe, um nicht zu sagen Unüberwindbare. Die ersten 3:30 Stunden machte ein Italiener durchgängig alleine Tempo (wobei es sich am Ende vom Pack, wo ich mich die ganze Zeit befand, doch recht angenehm langsam war) machte. Er wollte wohl nicht einfrieren, aber nach ca. 3:45 Stunden musste er unterkühlt aufgeben und danach innerhalb von 20 Minuten noch 2 weitere Schwimmer. Da habe ichd as erste Mal gemerkt, dass ich zwar kaltes Wasser überhaupt nicht vertrage, aber es gibt andere Schwimmer bei denen es noch viel extremer ist!

Nun zurück zum Wettkampf. Leider hatte ich von anfang an Probleme mit meiner Blase und ich konnte nur urinieren, wenn ich auf der Stelle stand und mich keinen Zentimeter bewegt habe. Dadruch habe ich immer wieder den Anschluss an das Feld verloren. Ich musste nach meinen „Pinkel-Pausen“ teilweise Löcher von ca. 100 Metern zuschwimmen. Das war auf Dauer sehr kräfteraubend. Ich hatte in meiner Karriere bis jetzt noch nie Probleme mit dem Wasserlassen im Wettkampf gehabt. Ich denke, dass meine Schwimmhose zu sehr auf meine Blase drückte und ich somit nicht „konnte“. Leider liess sich dieses Problem während des Rennens nicht beheben. Nach ca. 5 Stunden war ich dann nach einer weiter Zwangspause total am Ende und musste vom Feld abreissen lassen. Danach, im Glauben daran, dass mein Wettkampf quasi vorbei war, habe ich dann 2 längere „Pinkel- und Esspausen“ eingelegt. Ich denke, dass beide zusammen ca. 4 Minuten in Anspruch genommen haben. Danach ging es für mich gemütlih weiter Richtung Ziel. Jedoch nach 6 Stunden fühlte ich mich plötzlich wieder topfit und habe aus Spass einfach mal etwas das Tempo angezogen. Es war weit und breit kein anderer Schwimmer zu sehen. Nach ca. Einer weiteren Stunde konnte ich zu einem kleinen Feld aus 5 Schwimmern aufschliessen, was sich aber aus 4 Frauen und nur einem Mann zusammensetzte. Mit denen bin ich dann bis zum Ziel geschwommen in einem recht gemütlichen Tempo. Da dies die ersten Frauen waren wollte ich mich nicht in deren Zielsprint einmischen und bin hinter ihnen ins Ziel getrottet. Am Ende bleibt ein für mich sehr enttäuschender 7. Platz in 7:37:42 Stunden, allerdings mit nur 3 Minuten Rückstand auf Platz 4. Ohne meine „Endlos-Pausen“ zwischendurch wäre evtl. ein 4. Platz drin gewesen. Nach weiter vorn hätte es wohl nur ohne meine Probleme gereicht. Ich denke ein 2. oder 3. Platz wären ein realistisches Ziel gewesen. Gewonnen hat ein übberragender Joannes Hedel (FRA), der mit über 6 Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten anschlug. Gratulation noch einmal dazu!

Für mich geht es jetzt mit ein paar kleineren Wettkämpfen dem Saisonende entgegen. Nächstes Jahr steht dann die Heim-EM auf dem Plan, wobei unsere Quali in Hamburg bei wohl wieder frischen Wassertemperaturen stattfindet. Ich hoffe dann diesmal, dass der Wettergott ein kleines einsehen mit mir hat.

P1030722