Erster Zonk in Argentinien

Hallo liebe Leser,

letzte Woche ging es für mich zu den ersten FINA Grand-Prix Wettkämpfen nach Argentinien.
Meine Anreise war sehr lang, da ich einen günstigen Flug ergattern konnte, jedoch dabei das Routing ziemlich bescheiden war. Mein Flug ging von Frankfurt über London und New York City nach Buennos Aires. Nach 26 Stunden Flug kam dann auch noch eine knapp 5 stündige Busfahrt vom Flughafen in Buenos Aires nach Rosario dazu. Also, nach insgesamt 31 Stunden, war ich dann endlich hier.
Die Tage vor dem Wettkampf verliefen eigentlich ganz gut. Nur das Trainingsbecken hier ist sehr gewöhnungsbedürftig. So wie alle Schwimmbäder hier, in denen ich jemals war. Alles ist alt und teilweise heruntergekommen. Leinen, wenn man diese Schnüre als solche bezeichnen kann, sind nur spärlich vorhanden und das Wasser im Becken meist trüb und dreckig.
Nun gut, ich weiss ja was mich hier erwartet. Ich bin mittlerweile schon das 6. Mal hier in diesem Land.
Nun zum Wettkampf. Das Rennen ging über 15 km und fand in einem Dreieckskurs im Fluss „Parana“ statt. Den Kurs galt es 6 Mal zu durchschwimmen. Dabei ging es, zumindest gefühlt, die meiste Zeit flussaufwärts an einer mehr oder minder gespannten Leine (eigentlich ein Drahtseil mit Plastik umrundet) entlang. Dies sollte sich im nachhinein als Hinderniss erweisen.
Das Rennen begann sehr ruhig und ich lag die ersten 3 Runden locker am Ende vom Pack. In der 4. Runde bin ich dann mal nach vorn, da ich die letzten beiden Runden gern vorn schwimmen wollte. Es ist ziemlich schwierig gegen die Strömung andere Schwimmer zu überholen. Deshalb wollte ich dann von vorn Tempo machen. Am Ende der 5. Runde passierte es dann. Ich lag an erster Position und schwamm gegen die Strömung nach am Seil den Fluss hoch, als ein Zuschauer dieses Seil zu mir drückte und ich mit meiner linken Schulter derart da rein rasselte, dass ich mir eine ca. 20 cm lange Schnittwunde holte. Zuerst brannte es sehr stark. Ich war etwas erschrocken, da ich im ersten Moment nicht wusste was passiert war. Dann schaute ich auf die Schulter und sah die Wunde, die sehr rasch weiss wurde. Das ganze Pack ist dann also ziemlich fix an mir vorbei geschwommen. Eigentlich wollte ich mich nach dem ersten Schock am Ende wieder einreihen, jedoch nach 1-2 Zügen brannte es in diesem Dreckwasser nur noch mehr. Da ich keine Infektion riskieren wollte, entschied ich mich dann schweren Herzens aufzugeben. Sowas ist mir bei einem solch kurzem Rennen auch noch nicht passiert.
Des Weiteren muss ich sagen das es oft passierte, dass die Zuschauer Unterwasser nach uns treten. Einige Schwimmer haben so Tritte in den Bauch und gegen die Rippen abbekommen. Zusätzlich landet mach zwangsweise ziemlich häufig mit der Hand an der Leine oder im Gesicht eines Zuschauers, da diese in etwas 10 cm neben einem stehen. Neben der Schnittwunde sieht mein linker Arm aus wie nach einer Schlägerei. Schnitte und kleine Blutergüsse.
Jetzt bin ich ziemlich niedergeschlagen, da ich dieses Rennen nicht beenden konnte. Ich hab mich zwar nicht überragend gut gefühlt, aber irgendwie wäre ich schon unter den ersten 5 gelandet.
Jetzt hoffe ich, dass ich nie nächsten Tage hier nicht krank werde, so wie letztes Jahr, und dann schaue ich mal weiter. Heute, am Montag, werde ich nicht ins Wasser steigen, da die Wunde noch nicht ganz zu ist und es immernoch etwas nässt. Ausserdem möchte ich dieses Brennen nicht gleich heute wieder spüren. Es reicht mir schon die nächsten Tage im Chlorwasser das Brennen ertragen zu müssen.
Ich melde mich dann wieder aus Santa Fe. Der Wettkampf dort, wird dank der niedrigen Wasserpegels, wohl über 9 Stunden dauern. Im Vergleich dazu war unsere Zeit 2010, als ich dort den Zweiten Platz belegte, etwas unter 7 Stunden!

Gruß

Studzi

 

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