Sommerzeit ist Wettkampfzeit Teil 1/3

Hallo liebe Leser,

nach sehr langer Zeit habe ich nun endlich mal wieder die Muse gefunden etwas zu schreiben.
Mein letzter Blog ist ja jetzt schon einige Monate her. Seitdem ich viel passiert.
Nach den FINA Grand-Prix in Argentien ging es dann von Anfang Februar bis Ende Mai eigentlich nur ums Training. Viel Sport, wenig Anderes.
Ende Mai ging es, wie schon letztes Jahr, nach Mallorca zum „Bestfest“ in Colonia Saint Jordi. Dort habe ich neben 3 kleineren Wettkämpfen (5 km 5. Platz, 7 km 6. Platz und 1,5 km 1. Platz) auch 2 Swim-Clinics für meinen Sponsor FINIS gegeben. Die Erste fand im Bestcenter im Pool statt. Zusammen mit Olympiamedaillengewinner Ross Davenport (GBR) konnte ich einer Reihe sehr interessierter Schwimmer und Schwimmerinnen die FINIS Produktpalette näher bringen und ganz nebenbei auch noch ein paar Technikkorrekturen durchführen.
Die Zweite, und für mich deutlich spannendere Clinic, fand tags darauf am Strand statt. Dort ging es in einem „Freiwasser-Crash-Kurs“ ums Geradeausschwimmen, Packschwimmen, Orientierung und vieles mehr. Ich hoffe es hat allen Teilnehmern viel Spass gemacht und, dass ich ein paar hilfreiche Tipps geben konnte.

Direkt aus Mallorca ging es für mich nach Moskau zu 2 kurzen Einladungrennen im Rahmen des sog. „Champions-Cup“. Die Distanz betrug nur jeweils 1,8 Kilometer in einem Viereckskurs. Am Ende standen ein 4. und ein 3. Platz auf dem Papier. In der Woche zwischen beiden Wettkämpfen konnte ich wirklich gut trainieren. Das Schwimmbad in Moskau war zwar etwas älter, aber anstonsten eine super 50 Meter Bahn, die zu Hause in Wiesbaden nicht immer zur Verfügung steht.
Alles in Allem eine schöne Erfahrung mal Mütterchen Russland kennen zu lernen. Ein Land ganz schöner Gegensätze.

2 Wochen später wurde es dann etwas ernster. Es stand die Europameisterschaftsqualifikation für die 25 Kilometer in Bracciano (ITA) an. Da ja die 25 km aus dem Programm der DM gestrichen worden, wurde die Quali somit mal ausser Landes ausgetragen.
Es galt eine Zeit von 5:15 Stunden zu unterbieten, was eigentlich machbar sein sollte. Beim technical meeting einen Tag vor dem Rennen, haben dann allerdings die Italiener ziemlich an dem Kurs rumgedoktort, da es nur ein Verpflegungspontoon gab und die Runden anfangs zu lang waren. Nach einer ewigen Diskussion wurde dann die Runde so verkleinert, dass es insgesamt 16 Runden zu schwimmen galt, was ca. 1,56 Kilometer pro Runde entspricht. Da habe ich mir schon gedacht, dass der Kurs entweder zu kurz oder zu lang werden wird. Nun gut, kann man ja nicht ändern und so ging es dann am nächsten Tag sehr gemütlich los. Ich schwamm irgendwem die ersten 2 Runden hinterher und liess mir nach jeder Runde meine Zwischenzeit ansagen. Schon nach der ersten Runde war mir klar, dass das heute ein ziemlich langer Tag werden sollte. Die erste Runde lag genau im 5:15 Stunden Schnitt, was bedeutet, dass das Ganze auf jeden Fall zu lang war. Die Zweite war dann zwar einen Tuck schneller, aber immernoch zu langsam. Da ich auf keinen Fall 20 Kilometer den Hasen spielen wollte und mich dann beerdigen wollte, bin ich weiter ruhig im Pack mitgeschwommen, wohlwissend, dass die Zeit weg war.
Leider kam dann nach ca. 12 Runden der kleine Mann mit dem Hammer und haute ein paar Mal kräftig zu, womit ich dann die ersten 3 Schwimmer verlor und ich allein nach 5:29 Stunden als 4. ins Ziel kam. An diesem Tag hat bei mir leider gar nichts gepasst. Das soll sich jetzt hier nicht nach Ausreden anhören, aber alle Kleinigkeit gingen schief, was unterm Strich einfach nur nervig ist. Schwimmbrille ständig voller Wasser und beschlagen, was sich auch nach mehrmaligem Wechsel der Selbigen nicht änderte. Der Anzug drückte, wo es nur ging. Die Blase hatte auch keine Lust sich einfach mal so im Schwimmen entleeren zu lassen. Dazu der zu lange Kurs. Zum Glück waren die restlichen Bedingungen super. Warmes Wasser und keinerlei Wellen.

Die Woche nach Italien ging es dann zur Abwechslung in die Nähe von London, um genau zu sein nach Henley-on-Thames. Dort findet alljährlich ein 2,1 Kilometer kurzes Rennen die Thames hinauf statt. Das Ganze ist eine Woche vor der berühmten Ruderregatta dort. Das Besondere an dem Wettkampf ist die Startzeit. Gestartet wurde nämlich 4:30 Uhr, FRÜHS! Zum Glück durfte man mit einem Neoprenanzug schwimmen. Ich konnte das Rennen ziemlich locker mit ca. einer Minute Vorsprung gewinnen. Was das Wochenende noch schöner machte war, dass auch meine Freundin ihr Rennen dort gewinnen konnte. Quasi ein Familiendoppelsieg 🙂

Der zweite Teil des bisherigen Sommer kommt dann im nächsten Blogeintrag.

Bis dahin viel Spass beim Schwimmen

Euer Studzi

 

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