WM Kazan

Hallo liebe Leser,

jetzt sind auch schon 4 Wochen seit der Weltmeisterschaft in Kazan (RUS) vergangen. Ich möchte trotzdem einen kleinen Rückblick darauf schreiben.

Die Vorbereitung für die WM verlief eigentlich ganz gut. Ich hatte ein paar kleinere Wettkämpfe im Vorfeld absolviert, jedoch nichts wirklich Langes. Zunächst einmal zwei kurze Wettkämpfe auf Mallorca (ESP; 1,5 Kilometer) beim Bestfest und in Moskau (RUS; 1,8 Kilometer) beim Champions-Cup. Des Weiteren beim „Great North Swim“ in Windermere (GBR; 5 Kilometer).

1395405_10152765656007282_4528395195212790947_n                                6. Platz beim Great North Swim

Das längste Rennen vor der WM waren die Deutschen Freiwassermeisterschaften in Lindau am Bodensee. Dort konnte ich über 10 Kilometer einen ordentlichen 3. Platz belegen. Die Wassertemperatur war etwas frisch, jedoch selbst für mich nicht kalt. Das Rennen war auch recht langsam bis zur letzten Boje. Danach konnte ich die Füssen vom Zweitplatzierten Rob Muffels gut halten und knapp hinter ihm ins Ziel schwimmen. Für mich als „Sprinter“ doch ein zufriedenstellendes Ergebnis.

10001300_857452284333577_5243175077226933761_n                                   3. Platz DM in Lindau

Die letzten paar Wochen vor der WM verliefen auch in Ordnung. Nichts spektaluläres, aber doch solides Training.

Das WM Rennen fand in einem Nebenfluss der Wolga genannt Kazanka statt. Die ersten Tage der WM war die Wassertemperatur noch recht frisch, jedoch am Tag der 25 Kilometer mit ca. 22 °C anständig warm, sodass ich mir keine Sorgen machen musste. Der Wettkampf startete pünktlich 8 Uhr und ging, wie sollte es auch anders sein, sehr gemütlich los. Die ersten 12,5 Kilometer war es eine ganz schöne Bummelveranstaltung. Danach fing ein Franzose an langsam das Tempo zu erhöhen, bis wir bei Kilometer 16,5 das Frauenfeld überholt haben. Dabei reisst es beide Felder meisten total auseinander, so wie diesmal auch. Es wird dann auf einmal sehr unübersichtlich und ich wusste nun auch nicht mehr, was Weiblein und was Männlein um mich herum war. Dazu kommt ein ganz schönes Gekloppe, wobei man doch darauf achten sollte, nicht einer Frau den Ellenbogen ins Gesicht zu hauen, denn das gehört sich ja nicht 🙂 Wobei die Frauen im Allgemeinen doch härter schwimmen als die Männer.

2670393 01.08.2015 Спортсмены на дистанции 25 км на открытой воде среди мужчин на XVI чемпионате мира по водным видам спорта в Казани. Владимир Песня/РИА Новости

Als das ganze Gehaue dann mal vorüber war, war das Männerfeld auf ca. 13 Schwimmer geschrumpft. Dazwischen waren allerdings auch 5 Frauen, die sich wie Zecken an den Füsen festsaugen und nicht mehr locker lassen. Ich finde es von der FINA nicht in Ordnung bei Rennen gleichzeitig stattfinden zu lassen, da sich jedesmal, wenn die Männer die Frauen überholen sich der ganze Wettkampf verzerrt. Bei der Herren, wie auch bei den Damen. So entsteht kein richtiger Wettstreit, sondern die Frau gewinnt, die am längsten bei den Männern an den Füssen hängt. Sie muss sich also nicht selber vom Pack lösen, das erledigen ja die Männer schon, indem Sie die Frauen mitziehen.

Jedenfalls habe ich dann nach 20 Kilometern eine Verpflegung ziemlich verpatzt, da ich zunächst meinen Verpfleger nicht gefunden habe (mein Fehler, da dieser immer an der selben Stelle stand, aber irgendwie war ich in diesem Moment ziemlich verpeilt). Da ich schon merkte, dass es langsam bergab mit mir ging und ich diese Verpflegung dringend brauchte, bin ich also ca. 5 Meter wieder zurück geschwommen, um mein Getränk zu nehmen. Leider entstand so ein fieses Loch zur Führungsgruppe.

2670256 01.08.2015 Спортсмены на дистанции 25 км на открытой воде среди мужчин на XVI чемпионате мира по водным видам спорта в Казани. Владимир Песня/РИА Новости Start der 25 Kilometer

Also hiess es „ran an die Arbeit“ und das Loch schliessen. Auf dem Weg habe ich dann noch 3 Schwimmer eingesammelt, die vom Pack weggeplatzt und stehen geblieben sind. Ich habe dann noch einen der Überholten gefragt wie groß die Führungsgruppe sei und dieser sagte „10 Leute“. Leider habe auch ich es nicht mehr geschafft die Lücke zu schliessen. Jedenfalls habe ich noch 2 Frauen mit mir gezogen und so, zumindest meiner Meinung nach, meiner Teamkollegin Angela Maurer den Weg zu ihrer Medaille geebnet. Nach 23 Kilometern war dann auch bei mir Schicht im Schacht und ich bin dann hinter den beiden Damen den letzten Kilometer hergeschwommen. Eigentlich bin ich mehr ertrunken als geschwommen.

Im Ziel sah ich dann überraschenderweise, dass ich 9. war mit knapp 6 Minuten Rückstand auf den Sieger und nicht wie gedacht 11.  Alles in allem war das ein gutes WM-Ergebnis für mich.

3629859368c383ef76a1e38aa47457ac                                    Nach den 25 Kilometern

Letztes Wochenende ging es dann weiter mit den FINA Grand-Prix in Ohrid (MKD) über 30 Kilometer. Um es kurz zu fassen, am Ende wurde ich enttäuschender 6 nach einem durchaus gutem Rennen. Nur leider habe ich die letzten 700 Meter verbockt.

 

Nächste Woche ist dann der letzte FINA Grand-Prix der Saison in Neapel (ITA). Dann geht es von Capri aus über 36 Kilometer nach Neapel.

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